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Antarktis und subantarktische Inseln

Viele denken, dass Pinguine nur auf dem antarktischen Kontinent im ewigen Eis verbreitet sind. Das stimmt zum größten Teil nicht. Nur vier der 18 Pinguinarten sind auf dem antarktischen Kontinent heimisch: Kaiser-, Esels-, Adelie- und Zügelpinguine. Königspinguine findet man nicht direkt in der Antarktis, sondern nur auf subantarktischen Inseln (zum Beispiel auf den Falkland-, Prince Edward, Crozet, Heard und Macquarie Inseln sowie auf Südgeorgien und dem Kerguelen-Archipel). Kaiser- und Adeliepinguine sind an den Küstenregionen rund um den antarktischen Kontinent verbreitet, während Zügel- und Eselspinguine nur auf der antarktischen Halbinsel brüten. Adelie-, Zügel- und Eselspinguine brüten auch auf subantarktischen Inseln, aber das Brutgebiet des Kaiserpinguins beschränkt sich nur auf den antarktischen Kontinent.

Klima in der Antarktis

Das Klima in der Antarktis ist sehr extrem, dies ist die kälteste Region der Erde! Die niedrigste je gemessene Temperatur beträgt -89,2°C (Vostok Station). Die jährliche Durchschnittstemperatur auf der antarktischen Halbinsel liegt bei -5,3°C. An der Klimastation Scott Base in der Rossmeer-Region, wo einige Kolonien der Kaiser- und Adeliepinguine verbreitet sind, beträgt die jährliche Durchschnittstemperatur -20°C. Auf den subantarktischen Inseln wird es etwas wärmer, hier liegt die jährliche Durchschnittstemperatur zum Beispiel auf Südgeorgien bei +1,8°C.

Nestbau

Im Gegensatz zu allen anderen Pinguinarten bauen Kaiser- und Königspinguine keine Nester. Beide Arten legen nur ein Ei pro Brutsaison und tragen dieses auf ihren Füßen. Um das Ei zu wärmen, stülpen sie ihre stark durchblutete Bauchfalte über das Ei.
Esels-, Adelie- und Zügelpinguine formen ihre Nester aus kleinen Steinchen, da die Antarktis kaum anderes Material zum Nestbau zu bieten hat und die Eier nicht auf dem Eis erfrieren sollen. Gerade in der Brutsaison sind diese Steine hart umkämpft. Deshalb macht Gelegenheit Diebe: Wenn der Nachbar einmal unachtsam ist, werden ihm einfach ein paar Steinchen geklaut. Auf den subantarktischen Inseln bauen diese Pinguinarten ihre Nester an Stränden oder im weichen Tussockgras.

Bedrohungen

Klimawandel

Eine ernst zu nehmende Bedrohung in der Antarktis ist sicherlich die globale Erwärmung. Die Temperaturen auf der antarktischen Halbinsel sind seit den 1950er Jahren um 5 bis 6 Grad Celsius gestiegen. Dies führt dazu, dass das Eis in einigen Regionen der Antarktis zu schmelzen beginnt. Es wird vermutet, dass durch das Abschmelzen des Eises auch die Krillpopulation sinkt. Krill ist ein Sammelbegriff für verschiedene Garnelenarten, die in großen Schwärmen vorkommen. Diese Garnelen ernähren sich von Algen, die an der Unterseite des Eises wachsen. Wenn das Eis mehr und mehr schmilzt, könnten die Garnelen ihre Nahrungsgrundlage verlieren und der Krillbestand würde abnehmen. Eine sehr große Menge an Krill ist in antarktischen Regionen besonders wichtig, da dieser die Hauptnahrung für viele antarktische Tiere darstellt: Robben, Wale und auch Pinguine. So weit gehen die Vermutungen. Bisher ist es aber noch nicht wissenschaftlich bewiesen worden, dass die antarktischen Pinguinarten von den Auswirkungen des Klimawandels bedroht sind.

Störung durch Menschen

Es ist ebenfalls nicht bewiesen, dass verstärkter Tourismus in der Antarktis den Bestand der dort lebenden Pinguinarten gefährdet oder einzelne Individuen stört. Nur bei Eselspinguinen wurde bisher festgestellt, dass die Nähe zu Menschen Verhaltensweisen hervorruft, die Stress anzeigen. Nicht nur Touristen, sondern auch Forscher können Pinguine während ihrer Studien stören. Vor allem körperlicher Umgang, der nicht fachgerecht ausgeführt wird, könnte dazu führen, dass einzelne Individuen verletzt werden.

Die Auswirkungen der globalen Erwärmung und den Grad der Störung durch den Menschen in der Antarktis müssen in der Zukunft genauer beobachtet werden. Auch der Einfluss der Fischereiindustrie könnte eine potentielle Gefährdung der antarktischen und subantarktischen Pinguinarten darstellen.

Gefährdungsstatus

Kaiser- und Adeliepinguine sind auf der Roten Liste der gefährdeten Arten als „potentiell gefährdet“ gelistet. Diese Arten wurden in den letzten Jahren auf einen höheren Gefährdungsstatus gesetzt, da der Klimawandel auf den Bestand dieser Arten negative Auswirkungen haben könnte. Auch Eselspinguine sind als „potentiell gefährdet“ gelistet, obwohl der Bestand in den letzten Jahren gestiegen ist und die Prognose für die Zukunft positiv ist. Deshalb denken einige Forscher, dass diese Einstufung ungerechtfertigt ist und der Status „nicht gefährdet“ besser passen würde.
Königs- und Zügelpinguine sind ebenfalls als „nicht gefährdet“ eingestuft worden. Ihr Bestand ist ausreichend groß und der Trend ist stabil. Bei den Zügelpinguinen haben aktuelle Studien jedoch ergeben, dass der Bestand eher abnehmen soll. Vielleicht wird der Status der Zügelpinguine deshalb bald angepasst.


Weitere Infos zum Thema "Klimawandel in der Antarktis"

Wissenschaftler untersuchen derzeit die klimatischen Veränderungen in der Antarktis. Die Forschungen haben ergeben, dass wärmeres Wasser und schmelzendes Eis Folgen des Klimawandels sind.
Laut des Dokumentarfilms "Die Wanderung der Pinguine" sei es aber nicht in allen Gebieten der Antarktis wärmer geworden, wie die Wissenschaftler vermuteten. Nur auf der antarktischen Halbinsel sollten sich immer mehr Eisschollen gelöst haben, da dort die Temperatur schon 5-Mal so schnell gestiegen sei, wie auf dem Rest des Planeten. Im Zentrum hingegen werde es immer kälter, denn dort wachse die Eiskappe und es komme zu immer mehr Schneefall.

Quellen:
Penguins - Natural History an Conservation, edited by P.G. Borboroglu and P.D. Boersma
Dokumentarfilm: Die Wanderung der Pinguine
www.coolantarctica.com
Wikipedia-Artikel "Climate of Antarctica"
http://www.landcareresearch.co.nz/science/soils-and-landscapes/antarctic-soils/monitoring-soil-climate-in-the-ross-sea-region

In den Dokumentarfilmen "Die Wanderung der Pinguine" und "Die Reise der Pinguine" werden sehr eindrucksvolle Bilder von der antarktischen Eislandschaft und vom jährlichen Überlebenskampf der Pinguine gezeigt.

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