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Bedrohung

Pinguin

Viele Pinguinarten werden von der Natur- und Artenschutz-Organisation IUCN als "gefährdet" eingestuft. Leider sind es oft wir Menschen, die den Pinguinen das Leben schwer machen.

Durch unsere Fischindustrie sind in manchen Regionen die Sardellen (Schwarmfische) stark zurückgegangen. Die modernsten Fangtechniken sind viel effizienter und fangen eine viel größere Menge an Fisch, sodass den Pinguinen, aber auch vielen anderen Meerestieren wie Robben und Pelikane, nichts mehr übrig bleibt. Diese Überfischung ist der Grund dafür, dass schon sehr viele Meerestiere verhungern mussten.
Oft verfangen sich Pinguine auch in den Fischernetzen, was dazu führt, dass sie leichter von Feinden gefressen werden, sich verletzen oder sogar ertrinken.

Besonders folgenschwer ist die Unachtsamkeit des Menschen bei der Entsorgung von Abfall. Hier wird einfach Plastikmüll in das Wasser geworfen, da wird Abwasser in einen Fluss geleitet, der ins Meer mündet. Durch diese Verschmutzung können Pinguine vergiftet oder mit Keimen infiziert werden. Dasselbe passiert auch mit anderen wasserlebenden Tieren, der Nahrungsbestand der Pinguine nimmt dadurch ab.
Eine weitere große Gefahr sind Tankerunglücke, bei denen Öl in das Meer ausläuft. Pinguine und andere Meereslebewesen werden verklebt oder durch das giftige Öl getötet. Zwar können einige der verölten Pinguine nach den Unfällen geborgen und in Auffangstationen gereinigt werden, aber die Überlebenschancen sind trotzdem gering.

Des Weiteren ist die zunehmende Überschneidung des Lebensraumes von Pinguin und Mensch problematisch. Die Haustiere des Menschen werden zu neuen Feinden der Pinguine, sie plündern und zerstören ihre Nester. Durch den Bau von neuen Häusern wird der natürliche Brutplatz der Pinguine immer kleiner. Zwar nisten einige Pinguinarten dann in den Gärten der Anwohner, sie wurden dort aber oft vertrieben, weil sie einen ohrenbetäubenden Lärm veranstalten und viel Dreck machen. Heutzutage stehen Pinguine in solchen Gebieten unter Schutz, die Vertreibung ist untersagt.

Viele andere Verbote sorgen ebenfalls dafür, dass Pinguine friedlich und ungestört leben können. Das Sammeln von Eiern ist genauso nicht mehr erlaubt wie der Abbau des Guanos. Dieser getrocknete Vogelkot wurde von den Menschen als Düngemittel genutzt. Pinguine benötigen dieses Material aber zum Bau ihrer Nester, da es weicher als Stein ist. Da Pinguine also auf den Guano angewiesen sind, müssen die Menschen auf andere Düngemittel zurückgreifen.
Viele Brutplätze sind heute als Naturschutzgebiete ausgewiesen worden, in denen sich Menschen entweder gar nicht aufhalten oder sich nur bis zu einer bestimmten Entfernung nähern dürfen.

Der Klimawandel ist ebenso für die Bedrohung der Pinguine zuständig. Die Klimaveränderungen wirken sich auch auf die Nahrung der Pinguine aus, sie lassen die Vorratsbestände immer weiter zurückgehen.


Pinguine und Klimawandel

An den Küsten der Antarktis wird es immer wärmer. Dadurch brechen dort immer mehr Eismassen ab und schmelzen im Meer. Im Landesinneren hingegen wird es sogar kälter. Das hat zur Folge, dass die dort brütenden Kaiserpinguine bald noch kälteren Temperaturen trotzen müssen, es irgendwann aber nicht mehr schaffen und sich entweder andere Brutplätze suchen müssen oder im schlimmsten Falle aussterben, wenn sie keine andere Möglichkeit zum Brüten finden.

Der Wasserspiegel steigt auf der ganzen Welt durch das Abschmelzen der Pole. Viele zu tief liegende Küsten werden also überschwemmt. Die Pinguine, die hier ihre Nester zur Fortpflanzung gebaut haben, sind nun gezwungen, weiter ins Landesinnere zu ziehen. Dort grenzen sie aber häufig an den Lebensraum des Menschen, was wie oben schon beschrieben ebenfalls sehr gefährlich werden kann. So werden die Pinguine, die ihre Küsten verloren haben, bald keinen Brutplatz mehr in ihrer Nähe finden.

Das Schmelzen des Eises führt auch zu Problemen für die Nahrung der antarktischen Pinguine. An der Unterseite des Eises bekommt der Krill (gehört zu den höheren Krebsen und ist die Hauptnahrung vieler antarktischer Tiere) Mineralien und sein Hauptnahrungsmittel Grünalgen. Aber weil das Eis immer weiter verschwindet, geht der Nahrungsbestand des Krills immer weiter zurück und somit auch der Krill selbst. Deshalb haben die Pinguine und anderen Lebewesen des Meeres um die Antarktis immer weniger Nahrung.

Der Dokumentarfilm "Die Wanderung der Pinguine" zeigt weitere Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensweise der Pinguine. An den Küsten der Antarktis müssen sie sich an wärmere Luft gewöhnen und die Küken der Adéliepinguine müssen in Schlamm aufwachsen, wo der Boden doch einst gefroren war. So müssen die Adélies immer weiter in Richtung Süden wandern, um weiterhin auf Eis zu brüten.
Für die Königspinguine seien die ganzen klimatischen Veränderungen und ihre Folgen kein Problem, weil sie schon an wärmeres Wasser gewöhnt seien und auf festem Land brüten. Ihr Bestand sei die letzten Jahre sogar gestiegen.


El Nino

Während des Wetterphänomens El Nino, von dem die Pinguine an den Westküsten Südamerikas und auf den Galapagos-Inseln betroffen sind, verschlechtern sich die Bedingungen. Der El Nino tritt ungefähr alle drei bis sieben Jahre auf. Die Auswirkungen dieses Phänomens sind verheerend für die Meeres- und Küstenbewohner.
Während dieser Zeit erwärmt sich das Wasser. Da Gase sich schlechter im wärmeren Wasser lösen als in kälterem, enthält das Wasser in den El Nino-Phasen weniger Nährstoffe und auch weniger Kohlenstoffdioxid. Algen können so weniger Fotosynthese betreiben und sich aufgrund des nährstoffarmen Wassers schlechter vermehren. Die Folge ist, dass die Anzahl der Algen abnimmt. Konsumenten wie zum Beispiel Fische, die auf die Algen als Ernährung angewiesen sind, finden immer weniger zu fressen, deshalb geht auch ihre Anzahl zurück. Die nächsten Glieder in der Nahrungskette, darunter auch die Pinguine, finden ebenfalls keine Nahrung mehr. Es bleiben ihnen zwei Möglichkeiten: Der Hungertod oder weite Strecken. Ihre Beute ist nämlich teilweise abgewandert und lebt jetzt dort, wo die Lebensbedingungen besser sind, meist auch in größeren Tiefen. Dies bedeutet wiederum einen erhöhten Energieverbrauch der Pinguine, um den Weg zur Beute zu bewältigen. Deshalb kommt es vor, dass viele Pinguine verhungern, da die gefangene Menge an Fisch nicht den Energiebedarf deckt.
Darüber hinaus ruft der El Nino einen Anstieg des Meeresspiegels hervor. Dadurch werden die Nester an den Küsten zerstört und der Pinguin-Nachwuchs ausgelöscht. Auch die Guanoablagerungen werden durch das Wasser abgetragen und gelöst. Die Pinguine verlieren so ein sehr geeignetes Nistmaterial.


Quelle:
El Nino: www.elnino.info