Willkommen| Projekte| Blog| Links| Bilder| Über mich| Spiel und Spaß| Gäste-Brett

Fortpflanzung

  • Pinguine leben monogam, das heißt, immer nur zwei Pinguine bilden ein Brutpaar.
  • Pinguine bleiben meistens einander treu, doch aus verschiedenen Gründen kann sich ein Paar auch trennen.
  • Bei der Paarung sitzt das Männchen auf dem Weibchen und beide Geschlechtsöffnungen werden aneinander gedrückt. Pinguin-Männchen haben keinen Penis.
  • Pinguine legen Eier, je nach Art ist die Anzahl der Eier unterschiedlich.
  • Der Nestbau und die Dauer der Kükenaufzucht unterscheiden sich ebenfalls von Art zu Art.

Partnersuche

Das Balzverhalten der Pinguine ist von Art zu Art verschieden. Allgemein gesagt, versucht das Pinguinmännchen ein Weibchen mit seinem Gesang, seiner Haltung oder seinen Nestbau-Künsten für sich zu gewinnen. Gefallen diese Eigenschaften einem Weibchen, antwortet es mit Gesten (z. B. Kopfschütteln oder Verbeugungen). Wenn sich ein Paar zusammengefunden hat, können beide Partner aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen zeigen. Bei Kaiserpinguinen beispielsweise erinnern diese an ein gemeinsames "Singen und Tanzen", welches man sich besonders gut in dem Dokumentarfilm "Die Reise der Pinguine" ansehen kann. Kurze Zeit darauf wird schließlich die Paarung stattfinden.


Treue bei Pinguinen

Die Pinguine der meisten Arten sind einander treu. Jedes Jahr wartet das Männchen am Nest auf seine Partnerin. Wenn sie sich wiedergefunden haben, ziehen sie gemeinsam ein weiteres Küken auf. Nun kann es aber sein, dass ein Partner umgekommen ist oder einfach zu spät kommt. Dann sucht sich der andere wartende Partner eben einen Neuen. Wenn der verspätete Partner aber dann doch erscheint, wird oft der neue Partner vertrieben und das alte Paar brütet erneut zusammen.
Pinguinpaare können sich aber auch wieder trennen, wenn die Küken nicht erfolgreich aufgezogen worden sind.


Paarung

Pinguin

Bei der Paarung können die Geschlechter leicht bestimmt werden: Das Männchen sitzt dabei immer auf dem Weibchen. Der Geschlechtsakt fordert viel Geduld und Balance-Fähigkeit des Männchens, da es für ihn gar nicht so leicht ist, sich auf ihrem rundlichen Rücken zu halten. Wenn das Männchen eine gute Stelle gefunden hat, an der er Halt hat, drückt er seine Geschlechtsöffnung gegen die des Weibchens. Pinguinmännchen haben keinen Penis, was den Paarungsakt zusätzlich erschwert. Da es sehr schwierig ist, die beiden Geschlechtsöffnungen genau aufeinander zu pressen und die Balance zu halten, wird der Paarungsakt mehrmals wiederholt. Der gesamte Vorgang, vom Aufstieg bis zum Abstieg des Männchens, dauert ungefähr eine Minute.

Video 1: Paarungsakt von vorn

In dem folgenden Video wird deutlich, dass der Paarungsakt eine sehr wackelige Angelegenheit ist. Das Männchen muss ständig die Position seiner Füße auf dem hinteren Rückenabschnitt des Weibchens korrigieren, um seine Balance zu halten. Seine Flügel lässt er dabei vibrieren, dadurch ist über die Seite zusätzliche Stabilität gewährleistet. Das Männchen bleibt bei der Paarung oft auch kurz auf dem Weibchen sitzen, so wie es am Anfang dieses Videos der Fall ist. Dies scheint sehr einfach für das Männchen zu sein, es hat hier keine Probleme, die Balance zu halten. Warum ist der Geschlechtsakt an sich dann so schwierig? Einen Einblick auf den Paarungakt von hinten gibt das nächste Video.



Video 2: Paarungsakt von hinten

Das Weibchen hält ihren Schwanz nach oben, damit ihre Geschlechtsöffnung, die Kloake (leicht rosa und unterhalb des Schwanzes), besser erreichbar ist. In diesem Video wird klar, warum der Geschlechtsakt eine so schwierige Angelegenheit ist: Das Männchen muss seine Geschlechtsöffnung seitlich am Schwanz des Weibchens vorbeiführen, um diese auf die des Weibchens zu drücken. Der Schwerpunkt des Männchens wird dadurch stark auf eine Seite verlagert, weshalb das Männchen auch oft seinen Fuß auf den Boden abstellen muss, um sich auf dem Weibchen zu halten und um seine Position zu korrigieren.
Des Weiteren ist auffällig, dass das Männchen seinen Schwanz schnell hin und her bewegt, wenn dieser in die Nähe der weiblichen Geschlechtsöffnung gelangt. Dadurch kann das Männchen die Geschlechtsöffnung des Weibchens vermutlich besser finden. Wenn dies der Fall ist und die enge Verbindung der beiden Kloaken gegeben ist, gibt das Männchen sein Sperma ab. Danach verlässt das Männchen den Rücken des Weibchens.

- Diese beiden Videos zeigen Brillenpinguine aus dem Zoo Hannover. -


Nestbau

Pinguin Pinguin

Brillen-, Magellan-, Galápagos- und Zwergpinguine nisten in Löchern oder Felsspalten, um ihre Eier vor der Sonne zu schützen.
Zügel-, Adelie- und Eselspinguine bauen sich ihre Nester aus kleinen Steinen, denn die Antarktis hat kein anderes Material zu bieten.
Kaiser- und Königspinguine hingegen legen ihre Eier auf ihre Füße und legen die wärmende Bauchfalte darüber. Sie verzichten also auf den Nestbau.
Die anderen Arten machen es so, wie wir es schon von den "normalen" Vögeln kennen. Sie benutzen weiches und wärmendes Material (z. B. Heu, Blätter), damit es ihre Eier schön gemütlich haben.


Eier

Die Eiablage findet ein paar Tage nach der letzten Paarung statt. Je nach Art legen Pinguine eine unterschiedliche Anzahl an Eiern. Kaiser- und Königspinguine legen immer nur ein Ei, während die anderen Pinguinarten zwei Eier pro Gelege haben. Bei Brillenpinguinen wurden schon bis zu drei Eier im Gelege beobachtet. Die Größe der Eier liegt zwischen 3 (Zwergpinguin) und 11 Zentimetern (Kaiserpinguin) Länge.


Kükenaufzucht

Pinguin

Brillenpinguin-Jungtier (ca. 1 Jahr alt) aus dem Zoo Hannover

Nachdem das Weibchen die Eier gelegt hat, übergibt sie sie dem Männchen und geht fischen. Zwischen ein und über 60 Tagen (je nach Art und Brutgebiet) kommt sie zurück und löst das Männchen ab, welches nun hungrig auf Nahrungssuche geht. Dieser Wechsel vollzieht sich über die ganze Brut- und Aufzuchtzeit.
Nach 32-68 Tagen Brutzeit (je nach Art) schlüpfen die Küken. Ihre Nahrung bekommen die Küken aus dem Hals ihrer Eltern. Diese würgen über Tag und Nacht verteilt kleine Portionen Fisch, Krebse und Tintenfische hoch, damit ihre Schützlinge groß und stark werden.

Die meisten Pinguinarten brüten zwischen Oktober und März (dann ist Sommer in den Brutgebieten der Pinguine) und sie ziehen auch in dieser Zeit ihre Küken auf. Kaiser- und Königspinguine aber brauchen einen längeren Zeitraum, um ihre Küken großzuziehen (54-68 Tage). Deshalb fangen die Kaiserpinguine schon im antarktischen Winter an zu brüten.

Quellen:

Was ist Was Band 107 "Pinguine" von Boris Culik
Pinguine - Alles über die sympathischen Vögel aus dem Eis von Boris Culik
Penguins - Natural History and Conservation, edited by P. G. Borboroglu and P. D. Boersma, 2013