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Gefieder

Pinguin

Auf diesem Foto ist gut zu erkennen, dass das Wasser an der Ölschicht abperlt. (Zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.)
Brillenpinguin aus dem Zoo Hannover

Fell oder Federn?

Obwohl es fast wie ein Fell aussieht, besitzen Pinguine ein Federkleid, wie andere Vögel auch. Sehr dicht beieinander liegende Feder erwecken den Eindruck, dass es auch Haare sein könnten. Laut dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung haben Kaiserpinguine "auf jedem Quadratzentimeter Körperoberfläche etwa zwölf Federn", die "durchschnittlich etwa vier Zentimeter lang" sind.


Funktion

Die untere Schicht des Gefieders bilden die flauschigen und buschigen Daunenfedern. Diese dienen als Thermounterwäsche. Zwischen ihren Federästen wird nämlich Luft eingelagert. Bei niedrigen Temperaturen oder im kalten Wasser geht wenig Körperwärme nach außen verloren, da die Luft zwischen den Daunenfederästen ein schlechter Wärmeleiter ist. Wenn es sehr warm ist, gelangt ebenfalls wenig Wärme ins Innere des Körpers, weshalb ein Pinguin dann nicht so schnell überhitzt. Die Daunenschicht dient also der Isolation.


Gefiederpflege

Die Daunenschicht wird von den Federspitzen dachziegelartig überlagert. Diese werden regelmäßig eingeölt. Ein öliges Sekret wird von der sogenannten Bürzeldrüse an der Schwanzspitze gebildet. Das Öl wird mit dem Schnabel aufgenommen und dann auf die Federspitzen aufgetragen. Diese Ölschicht bietet einen Schutz beim Schwimmen und Tauchen, denn sie ist wasserabweisend. Wenn es die Ölschicht nicht geben würde, würden sich die Daunenfedern mit Wasser vollsaugen und die Funktion der Isolation würde verloren gehen.

Bei den Pinguinen ist die gründliche Pflege des Gefieders also sehr wichtig, neben dem Einölen werden mit dem Schnabel Dreck und Parasiten entfernt.


Tarnung

Auffällig ist die unterschiedliche Färbung des Gefieders an Bauch und Rücken. Diese dient der Tarnung vor Feinden im Wasser. Von unten sieht der Feind den weißen Bauch kaum, weil die Wasseroberfläche ebenfalls hell ist; Der schwarze Rücken ähnelt der Dunkelheit der Tiefe. Diese Gegebenheit wird Konterschattierung genannt.


Mauser

Pinguin Pinguin

Mausernde Pinguine: Brillenpinguin aus dem Zoo Hannover (links) und Eselspinguin aus dem Tierpark Hagenbeck (rechts).

Zur Erneuerung ihres Gefieders wechseln Pinguine dieses regelmäßig. Diese Mauser findet in der Regel jedes Jahr statt, meistens folgt sie der Brutphase. Jungtiere müssen sich ebenfalls mausern, um ihr wärmendes Daunenfederkleid durch den wassertauglichen „Taucheranzug“ zu ersetzen.
Neue Federn drücken die alten heraus, weshalb die Pinguine sehr zerzaust aussehen. Während der Mauser können Pinguine nicht ins Wasser, weil die schützende Ölschicht nicht intakt ist. Sie können sich also keine Nahrung beschaffen, deshalb nehmen sie einiges an Gewicht ab. Nach ungefähr 4-5 Wochen (das ist je nach Art verschieden) haben sie es geschafft und ein neues Gefieder erhalten. Nun können sie endlich wieder auf Nahrungssuche gehen.


Quellen:

Website des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung http://www.awi.de/de/entdecken/klicken_lernen/haeufige_fragen/pinguin/warum_frieren_pinguine_nicht/
Fowler, G. S., Fowler, M. E. (2001). Order Sphenisciformes (Penguins). Fowler ME, Cubas ZS. Biology, Medicine and Surgery of South American Wild Animals, 1, 53-64.
Kooyman, G. L., et al. Heat loss in penguins during immersion and compression, 1976. Comparative Biochemistry and Physiology Part A: Physiology 54.1, 75-80.
Fotos: Brillenpinguine aus dem Zoo Hannover

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