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Vergleich der Pinguinarten

Ihr könnt auf die Diagramme klicken, um diese vergrößert anzusehen!

Gewicht

Pinguin

Der Kaiserpinguin ist der schwerste im Vergleich zu den anderen Pinguinarten. Beim Männchen wurden 36,7 kg, beim Weibchen 28,4 kg bestimmt. Am leichtesten hingegen ist der Zwergpinguin (Männchen: 1,2 kg; Weibchen: 1,0 kg).
In der Regel ist das Männchen schwerer als das Weibchen. Die dargestellten Daten zeigen jedoch bei den beiden Felsenpinguin-Arten und dem Goldschopfpinguin, dass bei diesen Arten bei den Weibchen ein höheres Gewicht bestimmt worden ist. Das könnte daran liegen, dass überdurchschnittlich schwere Weibchen und unterdurchschnittlich leichte Männchen gemessen worden sind. Insbesondere sind beim südlichen Felsenpinguin nur jeweils 10 Tiere vom jeweiligen Geschlecht gewogen worden. Ein so geringer Stichprobenumfang repräsentiert jedoch nur einen kleinen Teil der gesamten Population und deshalb ist das Ergebnis nicht besonders aussagekräftig. Um eindeutigere Informationen über die Gewichtsunterschiede zwischen den Geschlechtern zu erhalten, müsste man hier mehrere Pinguine wiegen.
Eine endgültige Aussage darüber, ob Männchen oder Weibchen bei bestimmten Arten schwerer sind, kann man erst dann machen, wenn man eine ausreichende Menge an Daten gesammelt hat. Deshalb kann ich über die mir vorliegenden Daten nur sagen: Keine Regel ohne Ausnahme!

Zu den Daten:
Die Pinguine wurden jeweils bei der Ankunft in der Kolonie, vor der Balz und vor dem Brüten gewogen (Ausnahmen: Bei den Gelbaugenpinguinen sind die Gewichte der Nestwächter angegeben; Keine Angaben der Messzeitpunkte bei: Kronen-, Brillen-, Magellan-, Humboldt-, Galapagos- und Zwergpinguin; Beim Haubenpinguin habe ich die Mittelwerte der Spannweiten [Range] gewählt). Die Gewichtsangabe des Weibchens beim Snares-Dickschnabelpinguin war nicht angegeben. Bei mehreren Gewichtsangaben verschiedener Forschungsgruppen habe ich den Mittelwert berechnet und diesen in das Diagramm eingetragen.
Quelle: Penguins - Natural History and Conservation, edited by P. G. Borboroglu and P. D. Boersma, 2013, by the University of Washington Press


Größe

Pinguin

Der größte Pinguin ist der Kaiserpinguin mit einer Größe von über einem Meter (hier z. B. 117 cm). Der kleinste ist der Zwergpinguin (hier z. B. 36 cm). Die Größe der meisten Pinguinarten liegt im Bereich von 50-70 cm.
Das Männchen ist in der Regel größer als das Weibchen, leider liegen mir hier keine weiteren Daten vor.

Zu den Daten:
Die Werte entsprechen den Mittelwerten der Spannweiten (Range).
Quelle: Penguin Pedia, David Salomon, 2011, Brown Books Publishing Group


Vergleich der Ei-Größen

Gattung Eudyptes (Schopfpinguine)

Pinguin Pinguin

Schopfpinguine legen meistens zwei Eier. Diese unterscheiden sich aber deutlich in Länge und Breite, wie man in den Diagrammen erkennen kann. Das zweite Ei ist bei allen Arten dieser Gattung größer.
Dieser sogenannte Ei-Größen-Dimorphismus führt dazu, dass meistens nur ein Küken überleben kann. Bei Kronenpinguinen ist der Unterschied zwischen den beiden Eiern am größten, das zweite Ei sei 85% schwerer als das erste.
Bei Kronen-, Goldschopf- und Haubenpinguinen schlüpft das Küken aus dem ersten Ei gar nicht erst, lediglich das Küken aus dem zweiten Ei ist groß und schwer genug, um sein Leben außerhalb der Schale zu beginnen. Bei Dickschnabel- und Snares-Dickschnabelpinguinen schlüpft zwar auch ein Küken aus dem ersten Ei, dieses überlebt aber in der Regel nur ein paar Tage oder Wochen. Wenn gute Bedingungen wie ein reiches Nahrungsangebot vorliegen, dann können auch beide Küken durchgebracht werden. Bei den Felsenpinguin-Arten geht manchmal das Ei vor dem Schlüpfen verloren, aber es kann auch sein, dass das Küken aus dem ersten Ei überlebt.
Eine genaue Erklärung für dieses Brutverhalten gibt es noch nicht. Wissenschaftler vermuten, dass sich Pinguine auf diese Weise vor Nesträubern schützen könnten. Auf Neuseeland werden die Eier des Goldschopfpinguins meist von der Wekaralle (Vogel) geraubt. Bei zwei Eiern ist die Wahrscheinlichkeit dann größer, dass zumindest ein Küken überlebt.

Zu den Daten:
Bei mehreren Angaben verschiedener Forschungsgruppen zu den jeweiligen Eiern habe ich den Mittelwert berechnet und diesen in das Diagramm eingetragen.
Quelle: Penguins - Natural History and Conservation, a. a. O.

Gattung Spheniscus (Streifenpinguine)

Pinguin Pinguin

Die Streifenpinguine legen meist zwei Eier, seltener eines oder drei. Auch hier kann man einen Unterschied zwischen erstem und zweitem Ei feststellen: Das erste Ei ist oft länger und schmaler, während das zweite Ei kürzer und breiter ist (siehe Magellan- und Galapagospinguin). Auswirkungen auf das Brutverhalten haben diese Unterschiede bei dieser Gattung jedoch nicht. Beide Küken schlüpfen normalerweise und werden auch gleichrangig aufgezogen.

Zu den Daten:
Bei mehreren Angaben verschiedener Forschungsgruppen zu den jeweiligen Eiern habe ich den Mittelwert berechnet und diesen in das Diagramm eingetragen. Beim Humboldtpinguin lagen keine Daten vor.
Quelle: Penguins - Natural History and Conservation, a. a. O.


Bestände und IUCN-Status

Pinguin

Pinguin

Pinguin

Der Goldschopfpinguin hat weltweit die meisten Individuen und Brutpaare im Vergleich zu den anderen Arten. Dennoch hat die International Union for Conservation of Nature (IUCN) diese Art auf ihrer Roten Liste der bedrohten Arten als „gefährdet“ markiert. Die Tatsache, dass die Population der Goldschopfpinguine in den letzten zehn Jahren um 30% abgenommen habe sowie menschliche Einflüsse (z. B. Fischerei, Veränderungen des marinen Lebensraumes) rechtfertigen diese Einordnung.
Aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes werden Galapagospinguine von der IUCN als „stark gefährdet“ eingestuft. Dafür sprechen auch ihre sehr geringe Individuenzahl und durch Naturkatastrophen, das Wetterphänomen El Nino, Veränderungen des Klimas oder zunehmender Tourismus könnte die Population des Galapagospinguins plötzlich drastisch verringert werden.

Königs-, Zügel- und Zwergpinguine werden von der IUCN in die Gruppe der „nicht gefährdeten“ eingeteilt. In der letzten Zeit ist der Bestand der Königspinguine gestiegen und die Anzahl an Zwergpinguinen ist stabil. Beim Zügelpinguinen zeigen aktuelle Studien jedoch, dass die Populationen an einigen Orten abnehmen. Grund dafür könnten Klimaveränderungen und Fischerei sein, die mit dem Zügelpinguin um den Krill konkurriert. Die Entwicklung der Populationen solle weiter beobachtet und der IUCN-Status gegebenfalls angepasst werden.

Insgesamt sind ungefähr zwei Drittel der Pinguinarten als „gefährdet“ oder sogar „stark gefährdet“ eingestuft. Es ist also sehr wichtig, sich weitere Maßnahmen zu überlegen, wie die Verbreitungsgebiete der Pinguine geschützt und erhalten werden können.

Zu den Daten:
Die Daten der Individuen- und Brutpaaranzahlen sind geschätzt und hier habe ich die Mittelwerte der Spannweiten (Range) in die Diagramme eingetragen.
Quelle: David Salomon, a. a. O.; Penguins - Natural History and Conservation, a. a. O.


Bücherempfehlung

Die beiden hier zitierten englischsprachigen Bücher bieten viele Informationen über Pinguine. Im Buch "Penguin Pedia" berichtet David Salomon über seine Reisen zu allen Pinguinarten auf dieser Welt und hat dort viele Fakten zu den einzelnen Arten zusammengestellt. Das andere Buch "Penguins - Natural History and Conservation" enthält aktuelle Forschungsergebnisse über alle Pinguinarten, die von vielen verschiedenen Pinguinforschern zusammengetragen wurden.