Freiwillige Helferin bei SANCCOB

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Von Mitte August bis Ende September 2014 bin ich nach Südafrika gereist, um in Kapstadt die Organisation SANCCOB (engl.: Southern African Foundation for the Conservation of Coastal Birds) als freiwillige Helferin zu unterstützen. Diese Organisation trägt dazu bei, dass verletzte oder kranke Seevögel, darunter auch Pinguine, wieder gesund gepflegt werden.

Der Brillenpinguin hat sich als einzige Pinguinart in Afrika verbreitet und brütet dort an den Westküsten Namibias und Südafrikas sowie am Ostkap. Im letzten Jahrhundert hat es diese Art sehr hart getroffen, der Bestand hat sehr stark abgenommen. Hier sind ein paar erschreckende Zahlen:

  • Namibia: von 49.000 Brutpaaren (1956-57) auf nur noch 4.500 Brutpaare (2009-10)
  • Dassen Island: von 1 Million Brutpaare (1920er) auf 11.000 (2009)
  • Südafrika: von 57.000 Brutpaaren (2001) auf 21.000 (2009)

Quelle: Penguins – Natural History and Conservation, edited by P. G. Borboroglu and P. D. Boersma, 2013, by the University of Washington Press

Nicht umsonst werden die Brillenpinguine also von der Weltnaturschutzunion IUCN auf ihrer Roten Liste der gefährdeten Arten als "stark gefährdet" eingestuft. Die Hauptgründe dieser Dezimierung des Bestandes sind klimatische Veränderungen, Meeresverschmutzung (vor allem mit Öl) und Störung durch den Menschen (Lebensraumzerstörung, Haustiere, Überschneidung der Lebensräume).

Zum Glück gibt es auch Organisationen, die diese Probleme erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen. Eine davon ist SANCCOB, die in Kapstadt und in Cape St. Francis (im Ostkap) Rehabilitationscenter eingerichtet hat und dort verletzten und kranken Brillenpinguinen, aber auch anderen Vögeln, hilft. Durch ihre Hilfe konnten seit ihrer Gründung im Jahr 1968 ungefähr 90.000 gefährdete Vögel gerettet werden. Nach wissenschaftlichen Berechnungen sei die Population der Brillenpinguine durch den Einsatz von SANCCOB um 19% höher als wenn es SANCCOB nicht gäbe. Neben der Rehabilitation der Vögel und der Kükenaufzucht setzt sich SANCCOB auch durch Öffentlichkeitsarbeit für die bedrohten Vögel ein: Geburtstagspartys für Kinder, wissenswerte Vorträge, Führungen hinter den Kulissen und Training für den Umgang mit Vögeln gehören zum Angebot der Organisation.

SANCCOB bietet auch Programme für internationale Freiwillige für mindestens 6 Wochen an. Dies sah ich als Möglichkeit, den Pinguinen etwas zurückzugeben. Schon seit meiner Kindheit bin ich ein großer Pinguin-Fan, der Gedanke an sie hat mich immer sehr glücklich gemacht. Nun wollte ich den Spieß umdrehen und die Pinguine glücklich machen!

Die beste Erfahrung, die ich bei SANCCOB erleben durfte, war eine Freilassung von 13 Brillenpinguinen am Boulders Beach. In diesem Moment wird einem klar, dass jede Tätigkeit bei SANCCOB dazu beigetragen hat, dass diese Pinguine eine zweite Chance für ihr Leben bekommen konnten! Es war wirklich ein sehr schönes Gefühl, die Pinguine wieder in die Freiheit entlassen zu können! Die Freilassung könnt ihr euch in zwei Teilen bei Youtube ansehen:

Freilassung – Teil 1

Freilassung – Teil 2



Bist du ebenfalls interessiert, an diesem Freiwilligenprogramm teilzunehmen? Nähere Informationen habe ich auf den folgenden Seiten zusammengestellt:

Allgemeine Informationen: Reise, Unterkunft, Zeit und Wetter, Kommunikation, Verkehr – Was ist zu beachten, was ist neu? Hier habe ich alle wichtigen Infos zusammengestellt, die die Reise oder das Leben in Kapstadt betreffen.

Die Arbeit bei SANCCOB: Infos über den Arbeitsalltag und die Arbeitszeiten bei SANCCOB

Tätigkeiten: Infos über die Tätigkeiten, die man als freiwilliger Helfer ausüben muss

Fragen?
Wenn du weitere Fragen hast, dann helfe ich natürlich gerne weiter! Schreibe mir einfach eine E-Mail, die Adresse findest du im Impressum. Weitere Infos bietet die Website der Organisation: www.SANCCOB.co.za.



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