Antarktis

Pinguine werden oft mit Kälte in Verbindung gebracht. Dabei sind nur vier der 18 Arten auf dem antarktischen Kontinent zu finden: Kaiser- und Adeliepinguine brüten entlang der Küstenregion der Antarktis, während Zügel- und Eselspinguine auf der antarktischen Halbinsel und auf einigen subantarktischen Inseln ihren Nachwuchs aufziehen.

Königspinguine brüten hingegen nicht direkt in der Antarktis, sondern nur auf den umliegenden Inseln (zum Beispiel auf den Falkland-, Prince Edward, Crozet, Heard und Macquarie Inseln sowie auf Südgeorgien und dem Kerguelen-Archipel).

Obwohl die Antarktis der unwirtlichste Ort der Erde ist, nehmen Kaiserpinguine alle Strapazen auf sich und brüten sogar im dortigen Winter. Der Dokumentarfilm Die Reise der Pinguine zeigt eine Brutsaison der Kaiserpinguine zwischen Freud und Leid, Leben und Tod.


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Eisiges Klima

Das Klima in der Antarktis ist sehr extrem – das ist die trockenste, windigste und kälteste Region der Welt. Die niedrigste Temperatur der Erde wurde 1983 an der Vostok Station in der Antarktis gemessen, sie betrug -89,2°C! Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt an der Küste der Antarktis ungefähr -10°C und -60°C im Landesinneren.

Auf der antarktischen Halbinsel sind die Temperaturen aufgrund des Seeklimas vergleichbar mild. In den kalten Monaten liegt die Durchschnittstemperatur an der Küste zwischen -20 und -30°C. Im Sommer brüten die dort lebenden Pinguinarten bei Temperaturen, die durchschnittlich um den Gefrierpunkt liegen. Im Februar 2021 wurde auf der antarktischen Halbinsel ein neuer Temperaturrekord von 18,4°C an der Esperanza Station gemessen.

Auf den subantarktischen Inseln wird es etwas wärmer, hier liegt die jährliche Durchschnittstemperatur zum Beispiel auf Südgeorgien bei +5°C.

Nestbau

Im Gegensatz zu allen anderen Pinguinarten bauen Kaiser- und Königspinguine keine Nester. Beide Arten legen nur ein Ei pro Brutsaison und legen dieses auf ihre Füße. Um das Ei zu wärmen, stülpen sie ihre stark durchblutete Bauchfalte über das Ei.

Kaiserpinguine tragen ihre Küken und Eier auf den Füßen
CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1575374 (bearbeitet)


Esels-, Adelie- und Zügelpinguine formen ihre Nester aus kleinen Steinchen, da die Antarktis kaum ein anderes Material zum Nestbau zu bieten hat und die Eier nicht auf dem Eis erfrieren sollen. Gerade in der Brutsaison sind diese Steine hart umkämpft. Deshalb macht Gelegenheit Diebe: Wenn der Nachbar einmal unachtsam ist, werden ihm einfach ein paar Steinchen geklaut.

Auf den subantarktischen Inseln bauen diese Pinguinarten ihre Nester an Stränden oder im weichen Tussockgras.

Eselspinguin brütet im Nest aus Steinchen
von Jason Auch derivative work: Avenue (talk) – CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9704882 (bearbeitet)

Bedrohungen

Globale Erwärmung und Eisschmelze

Eine ernst zu nehmende Bedrohung in der Antarktis ist sicherlich die globale Erwärmung. Die antarktische Halbinsel gehört zu den Orten der Erde, die sich am schnellsten erwärmt haben: In den letzten 50 Jahren sind die Temperaturen hier um 3°C gestiegen. In der gleichen Zeit sind Gletscher vor allem an der Westküste der antarktischen Halbinsel drastisch zurückgegangen. Die Folgen der Eisschmelze können für einige Pinguinarten verheerend sein: Die antarktischen Pinguinarten könnten ihre Brutgebiete verlieren, während nicht-antarktische Pinguinarten vom ansteigenden Meeresspiegel bedroht sein könnten. Pinguine brüten schließlich an Küstenregionen, die überschwemmt werden könnten.

Abdriftende Eisberge

Auch abbrechende Eisteile selbst können eine Bedrohung darstellen: Im Jahr 2017 brach ein großer Eisberg vom Schelfeis Larsen C an der antarktischen Halbinsel ab. Jahre später nahm ein großes Stück des Eisbergs namens A-68A Kurs auf Südgeorgien und hätte eine Gefahr für die dort brütenden Pinguine und andere Tiere werden können. Wenn der Eisberg vor Südgeorgien stecken geblieben wäre, hätte er den Weg zwischen den Pinguinkolonien und ihren Jagdgründen blockiert. Forschende sahen dieses Ereignis mit Sorge entgegen. Wenn die Elterntiere nicht genug Nahrung finden, verlassen sie ihren Nachwuchs, was ein Massensterben zur Folge gehabt hätte. Glücklicherweise driftete der Eisberg an Südgeorgien vorbei und brach mehrmals in kleinere Stücke, die nun langsam im Meer schmelzen.

Youtube-Video der NASA über den Werdegang des Eisbergs A-68A (Englisch)

Krillschwund

Klimatische Veränderungen in der Südpolarregion könnten besonders den Krill beeinflussen. Der Antarktische Krill ist eine Leuchtgarnelenart, die bevorzugt in riesigen Schwärmen vorkommt. Einzelne Individuen sind zwar nur ein paar Zentimeter groß, aber ihre enorme Menge reicht aus, um die Nahrungsgrundlage für viele antarktische Tiere wie Wale, Robben und Pinguine zu bilden.

Das Meereis ist für den Krill besonders wichtig, da es Versteckmöglichkeiten und Nahrung bietet. Die Larven ernähren sich vorwiegend von den Algen, die unter dem Eis wachsen. Eine weitere Erwärmung der Ozeane könnte das Eis schneller schmelzen lassen und somit den Krillbestand drastisch senken. Aber auch andere Faktoren wie Ansäuerung der Ozeane durch Kohlenstoffdioxid, erhöhte UV-Strahlung, Fischerei und Änderung der Meeresströmungen könnten dem Krill zusetzen. Weitere Forschungen sollen die Auswirkungen dieser Faktoren klären. Da der Krill eine zentrale Rolle im antarktischen Nahrungsnetz spielt und die Bestände vieler anderer Lebewesen von ihm abhängig sind, sollen Maßnahmen wie Fangbegrenzungen für die Fischerei eingeleitet werden, um dem Krillschwund entgegenzuwirken.

Störung durch Menschen

Verstärkter Tourismus in der Antarktis könnte einzelne Individuen stören. In der Vergangenheit wurden höhere Herzfrequenzen und Fluchtverhalten von antarktischen Pinguinen beobachtet, wenn Menschen ihnen während der Brutzeit zu nahe kamen. Aktuelle Studien fanden jedoch keinen Zusammenhang zwischen der Menge an Stresshormonen in Kotproben und der Menge an Touristen in der Antarktis. Die strengen Regeln für Reisende wie das Einhalten von Abständen zu den Tieren scheinen somit erfolgreich zu sein.

Die Auswirkungen der globalen Erwärmung und der Grad der Störung durch den Menschen in der Antarktis müssen in der Zukunft genauer beobachtet werden.


Quellen:

  • Buch: Penguins – Natural History and Conservation, edited by P.G. Borboroglu and P.D. Boersma
  • Kälteste Temperatur: Guinness World Records, abgerufen im Januar 2022
  • Temperaturdaten in der Antarktis von der World Meteorological Organization, abgerufen im Januar 2022
  • Klimadaten Antarktische Halbinsel: Britannica – Climate of Antarctica, abgerufen im Januar 2022
  • Durchschnittstemperaturen Südgeorgien und angrenzende Inseln
  • Flores et al. (2012). Impact of climate change on Antarctic krill. Marine Ecology Progress Series, 458, 1-19.
  • McBride et al. (2021). Antarctic krill Euphausia superba: spatial distribution, abundance, and management of fisheries in a changing climate. Marine Ecology Progress Series, 668, 185-214.
  • Culik and Wilson (1995). Penguins disturbed by tourists. Nature, 376(6538), 301-302.
  • Lynch (2019). Tourism and stress hormone measures in Gentoo Penguins on the Antarctic Peninsula. Polar Biology, 42(7), 1299-1306.

Filme:
In den Dokumentarfilmen Die Wanderung der Pinguine und Die Reise der Pinguine* bzw. Die Reise der Pinguine 2 – Der Weg des Lebens* werden sehr eindrucksvolle Bilder von der antarktischen Eislandschaft und vom jährlichen Überlebenskampf der Pinguine gezeigt.
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Weiterführende Literatur:


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